Kongressrückblick · IGF 2026

Lukas Beckenbauer hält Keynote beim IGF-Kongress 2026 in Berlin

Eine Einladung auf die Bühne der Industriellen Gemeinschaftsforschung: Am 29. September hielt Lukas Beckenbauer eine der beiden Keynotes des IGF-Kongresses 2026 in Berlin. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Forschung und Unternehmen im Zeitalter der KI ihre Wissenssouveränität bewahren können — ein Thema, das auch unsere Arbeit bei daeo antreibt.

daeo Redaktion ·

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Lukas Beckenbauer beim IGF-Kongress 2026 in Berlin
IGF-Kongress 2026 · Berlin · 29. September 2026 · Foto: © DLR

Eine Bühne für den Austausch zwischen Forschung, Industrie und Politik

Beim DLR Projektträger ging es darum, Forschung in die Anwendung zu bringen und den Mittelstand zu stärken. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der DLR Projektträger eröffneten den Kongress. Zwei Keynotes setzten die ersten fachlichen Impulse.

In diesem Rahmen über KI und Wissenssouveränität zu sprechen, ist für uns ein wichtiger Anlass: Die Fragen, an denen wir arbeiten, gehören in den direkten Austausch mit Forschung, Industrie und Politik. Die Einladung zu einer der beiden Keynotes bot dafür eine besondere Gelegenheit.

Die Keynote: Wer kontrolliert das Wissen im Zeitalter der KI?

Beckenbauer stellte in seinem Vortrag eine klare These auf: KI-Infrastruktur beeinflusst, wie Wissen aufbereitet wird und anschließend in Entscheidungen einfließt. Damit entscheidet sich in der Architektur auch ein wesentlicher Teil der künftigen Handlungsfähigkeit von Unternehmen.

Für den deutschen Mittelstand ist das besonders konkret. Sein wertvollstes Wissen steckt häufig in jahrzehntelanger Erfahrung, spezialisierten Produktionsabläufen und gewachsenen Kundenbeziehungen. KI-Agenten müssen dieses Wissen produktiv nutzen können, auch wenn es über Dokumente, Fachsysteme und Abteilungen verteilt ist. Gleichzeitig müssen die Unternehmen die Kontrolle darüber behalten.

Drei Anforderungen aus dem Vortrag

In seiner Keynote plädierte Beckenbauer dafür, Wissenssouveränität bereits in der Infrastruktur zu verankern. Drei Anforderungen standen dabei im Vordergrund:

  • Klare Zugriffsrechte: Unternehmen bestimmen, welches Wissen für welche Personen und Aufgaben zugänglich ist.
  • Überprüfbare Antworten: Originalquellen müssen identifizierbar und die Grundlagen von KI-Empfehlungen unabhängig prüfbar sein.
  • Offene, anpassbare Architekturen: Unternehmen sollen Anbieter wechseln und ihre Systeme weiterentwickeln können, während Daten und Prozesse unter ihrer Kontrolle bleiben.

Der Austausch ging nach der Keynote weiter

Wie Beckenbauer in seinem Rückblick berichtet, diskutierte er im Anschluss mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des DLR Projektträgers und der IGF. Die gemeinsame Frage: Wie schaffen wir Grundlagen, auf denen Unternehmen in Deutschland und Europa KI wirtschaftlich nutzen und ihre Unabhängigkeit bewahren können?

Die IGF selbst liefert dafür einen wichtigen Ausgangspunkt: Unternehmen und Forschungseinrichtungen erzeugen gemeinsam Wissen und bleiben eigenständig. Beckenbauer argumentierte, dass sich dieses Prinzip auch auf die Gestaltung von KI-Infrastruktur übertragen lässt. Der Kongress bot den Rahmen, diese Verbindung mit Akteuren aus Forschung, Wirtschaft und Politik zu diskutieren.

Forschungserfahrung trifft auf konkrete Entwicklung

Beckenbauer forscht als Doktorand an der Technischen Universität München zu KI und dezentralen Systemen. Das Kongressprogramm nennt auch seine Beteiligung am IGF-Projekt „KI in der Kundeninteraktion“. Diese Erfahrung prägt seine Perspektive auf Unternehmens-KI.

Mit seinem Team arbeitet er bereits daran, verteiltes Unternehmenswissen automatisiert in sicheren, nutzbaren Kontext für KI-Systeme zu übersetzen. Für uns bei daeo ist der Auftritt in Berlin ein besonderer Anlass, diesen Schwerpunkt sichtbar zu machen: produktive KI auf der Grundlage des eigenen Unternehmenswissens, mit nachvollziehbaren Quellen und Kontrolle über die eigene Infrastruktur.

Wir freuen uns über die Einladung und den offenen Austausch beim IGF-Kongress 2026. Solche Begegnungen bringen die europäische KI-Debatte dorthin, wo sie Wirkung entfalten kann: in die Zusammenarbeit zwischen Forschung und unternehmerischer Praxis.

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